Patientenkolloquium 2019
Das Universitätsklinikum Bonn möchte Sie auch 2019 wieder für das Patientenkolloquium "Uni-Medizin für Sie: Mitten im Leben" herzlich einladen ... weiterlesen

Wissenswertes über Licht



Von der Sonne wird ständig Energie in Form von Strahlung emittiert, die als elektromagnetische Strahlung bezeichnet wird. Diese setzt sich aus Strahlen verschiedenster Qualität, die sich durch ihre Wellenlänge voneinander unterscheiden und im sogenannten elektromagnetischen Spektrum geordnet sind, zusammen.





Die Wellenlänge wird in Nannometer (nm) gemessen. Ein nm entspricht einem Milliardstel Meter.
Auf der kurzwelligen Seite finden sich kosmische Strahlen, Röntgen- und Gammastrahlen, am langwelligen Ende das Infrarot und die Radiowellen. Etwa in der Mitte liegt das sichtbare Licht. Das Ultraviolett (UV)-Licht zeichnet sich durch sie Wellenlänge von 200 - 400 nm aus, wobei die Strahlen von 280 bis 400 nm auf die Erdoberfläche auftreffen. Das UV-C Licht (200- 280 nm) wird durch die über der Erde liegenden Gasschichten der Stratosphäre voll absorbiert und erreicht die Erdoberfläche nicht. UVB-Licht beschreibt Strahlung mit einer Wellenlänge von 280 bis 315 nm.


Licht und Haut

Ohne Sonnenlicht gäbe es kein Leben auf der Erde. In der Natur ist dieser Zusammenhang allgegenwärtig. So stellt in den lichtärmeren Jahreszeiten die Vegetation das Wachstum fast ganz ein, und wenn die Tage wieder sonnenreicher und damit auch wärmer werden, erwachen Flora und Fauna zu neuem Leben.
Auch der Mensch braucht die Sonne. Unumstritten ist es, daß das Sonnenlicht Wohlbefinden, Lebenslust und gute Laune fördert. Es stimuliert den Vitamin-D-Stoffwechsel und das Immunsystem, beeinflußt das Nervensystem sowie den Hormonhaushalt.

Diese positiven Eigenschaften des Lichtes setzt man auch in der Medizin erfolgreich bei der Behandlung verschiedener Erkrankungen ein. In der Psychiatrie arbeitet man hauptsächlich mit sichtbarem Licht und behandelt damit Depressionen. Auch verschiedene Hautkrankheiten können mit speziellen Lichtspektren, wobei die Dosis definierbar ist, therapiert werden, so z. B. auch die Schuppenflechte.

Das Licht, seine positiven und heilenden, aber auch leider schädigenden Eigenschaften sind heute aus der Medizin, insbesondere der Dermatologie, nicht mehr wegzudenken. Positive Einflüsse des Lichtes können sich bei übermäßiger UV-Bestrahlung auch ins Gegenteil umkehren. Denn auch hier gilt das Motto von Paracelsus: "Die Dosis macht das Gift!"


Setzt sich der Mensch ungeschützt und im Übermaß UV-Strahlung aus, kann es zur Entwicklung eines Erythems (Sonnenbrand) kommen. Hauptverantwortlich hierfür ist das energiereiche UV-B Licht, welches etwa einen Millimeter in die Haut eindringt und dort zunächst eine Entzündungsreaktion der Haut in Form einer Rötung hervorruft. Jene Menge Energie, die bei einem bestimmten Individuum ein gerade sichtbares Erythem hervorruft, bezeichnet man als minimale Erythemdosis (MED). Bei extremer UV-Einstahlung kann es sogar zu Verbrennungen mit Blasenbildung kommen, auf die der gesamte Körper mit Übelkeit und Fieber reagieren kann.

UV-A Licht ist langwelliger und dringt tiefer in die Haut ein. Hierbei kommt es in der Regel erst bei sehr hoher Dosierung zu Rötungen der Haut.

Die Empfindlichkeit für die erythematogene Wirkung von UV- Licht ist individuell verschieden und physiologischerweise neben der Dicke der Hornschicht vor allem vom Grad der Melanin-Pigmentierung des Betroffenen abhängig.

Durch die pigmentbildenden Zellen der Epidermis, die Melanocyten, wird in der Haut ein schwarzbrauner Farbstoff, das Melanin, gebildet, welcher imstande ist, einfallende UV-Strahlung zu absorbieren und eine Schädigung von tiefergelegenen Zellen zu verhindern. Dunkel pigmentierte Menschen sind somit vor ungünstigen Einflüssen des UV-Lichtes besser geschützt als Hellhäutige.
Jeder Mensch hat innerhalb gewisser Grenzen die Möglichkeit, die Menge des in der Haut vorhandenen Melanins zu vermehren und sich selbst einer verstärkten Einstrahlung von UV-Licht anzupassen. Die Entwicklung der Hautbräunung ist ein Selbstschutz der Haut.

Menschliche Hautzellen verfügen normalerweise über einen zellulären Mechanismus, der Schadstellen in der Erbmasse (DNA) der Zellen, die durch Sonnenlicht bzw. UV-Licht verursacht worden sind und die eine normale Funktion der betroffenen Zellen behindern, erkennt und repariert. Liegt jedoch ein genetischer Defekt vor oder ist bei der gesunden Haut die Kapazität der Reparaturmechanismen bei zu hoher eingestrahlter Energie erschöpft, entstehen im Rahmen des Sonnenbrandes die sogenannten "Sunburn cells", die ein typisches Merkmal der feingeweblichen Sonnenbrandreaktion darstellen. Ein oftmals und über längere Zeiträume andauerndes Überangebot von Sonnen- bzw. UV-Einstrahlung auf die Haut führt zu chronischen Schäden. Das klinische Bild kann hierbei Faltenbildung, Trockenheit, Gelbfärbung, Pigmentflecken usw. umfassen. Hinzu kommt, daß das Sonnenlicht bzw. UV-Licht für die Entwicklung und klinische Manifestation von bösartigen Hautveränderungen (Präkanzerosen und Kazinomen) eine Rolle spielt.