Patientenkolloquium 2020
Das Universitätsklinikum Bonn möchte Sie auch 2020 wieder für das Patientenkolloquium "Uni-Medizin für Sie: Mitten im Leben" herzlich einladen ... weiterlesen

Schildwächter-Lymphknotenbiospie (Sentinellymphonodektomie (SLNE))



Die Sentinellymphonodektomie stellt eine der bedeutendsten Entwicklungen in der Melanomdiagnostik und -therapie der letzten Jahre dar. Erstmalig 1992 durch Morton und Mitarbeiter beschrieben wird die SLNE auch seit 1999 mit ca. 80 Eingriffen pro Jahr in der hiesigen Klinik durchgeführt. Das maligne Melanom als Primärtumor benutzt bei der Ausbreitung im Körper fast immer den lokalen (regionären) Lymphknoten als Zwischenstation. Durch eine Markierung mit radioaktiven und Farbstoffen ist es möglich, für alle Lokalisationen des Primärtumors den oder die drainierenden Lymphknoten festzustellen. Neben der Entfernung des Primärtumors werden diese Lymphknoten dann mittels eines chirurgischen Eingriffs, der meist in lokaler Betäubung durchgeführt werden kann, schonend entnommen. Im Rahmen einer histologischen Untersuchung ist es dann möglich, einen Befall der Lymphknoten mit abgesiedelten Tumorzellen festzustellen. Diese Untersuchung ist so empfindlich, dass sogar einzelne Tumorzellen festgestellt werden können, was zur Zeit mit bildgebenden Verfahren (CT, PET,...) alleine nicht möglich ist. Nach der Operation und dem Erhalt des histologischen Ergebnisses ist eine Festlegung der Prognose und weiteren Therapie für den einzelnen Patienten optimal möglich.
Die SLNE sollte beim malignen Melanom ab Tumordicken (nach Breslow) von 1,00 mm aufwärts an durchgeführt werden. Die SLNE gehört heute zur unabdingbaren Routinediagnostik in der Primärtherapie des malignen Melanoms.