Patientenkolloquium 2019
Das Universitätsklinikum Bonn möchte Sie auch 2019 wieder für das Patientenkolloquium "Uni-Medizin für Sie: Mitten im Leben" herzlich einladen ... weiterlesen

Kiefer- und Gesichtsprothetik




Defektprothetik: Kiefer-Gesichts-Prothetik
Tumoroperationen, Verletzungen und spezifische Erkrankungen hinterlassen oft grosse Defekte des Kiefer-Gesichtsknochens und der Weichteile mit entsprechenden äusserst gravierenden Funktionsstörungen und ästhetischen Beeinträchtigungen. Da die Behandlung dieser Patienten andere und oft hohe Anforderungen an Zahntechniker und Zahnärzte stellt, hat sich innerhalb der zahnärztlichen Prothetik ein Spezialgebiet die sog. Kiefer-Gesichts-Prothetik entwickelt.

Prothetische Versorgung von Defekten im Oberkiefer

Im Bereich des Oberkiefers werden tumorbedingte Defekte je nach Art und Grösse des Tumors meist nicht durch plastisch-chirurgische Massnahmen geschlossen, um Kontrolluntersuchungen zu ermöglichen. Defekte des Oberkiefers führen oft zwangsläufig zu einer Eröffnung des Nasen-Rachenraumes, wodurch wesentliche Funktionen wie das Sprechen, Kauen und Schlucken stark beeinträchtigt werden. Das Aussehen der Patienten wirkt häufig entstellt. Ziel der prothetischen Behandlung ist es die vorgenannten gestörten Funktionen wiederherzustellen und die Ästhetik des Gesichtes zu normalisieren. Zum Auffüllen der Hohlräume werden dabei Obturatoren angefertigt, die mit dem Zahnersatz verbunden werden können.




Prothetische Versorgung von Defekten im Unterkiefer

Defekte des Unterkieferknochens, der Zunge und des Mundbodens verursachen neben den möglichen ästhetischen Entstellungen häufig erhebliche Störungen der Kau-, Schluck- und Sprachfunktion. Im Gegensatz zum Oberkiefer wird im Unterkiefer die plastisch-chirurgische Rekonstruktion angestrebt. Beckenkamm-, Rippen-, Dünndarm- und Muskel-/Hauttransplantate dienen hier zur Rekonstruktion des Knochens bzw. der Weichteil-/Schleimhautdefekte. Da insbesondere die Haut-/Schleimhauttransplantate durch Prothesen weniger belastbar sind, werden in vielen Fällen Implantate aus Titan zur Abstützung des Zahnersatzes in Form von Kronen und Prothesen gesetzt.