Patientenkolloquium 2019
Das Universitätsklinikum Bonn möchte Sie auch 2019 wieder für das Patientenkolloquium "Uni-Medizin für Sie: Mitten im Leben" herzlich einladen ... weiterlesen

Therapie des Melanoms



Die Therapie des malignen Melanoms erfolgt - je nach Stadium - durch Operation, adjuvante Immuntherapie, Radiatio und Chemotherapie.

Bei primären Melanomen ist die operative Entfernung mit ausreichendem Sicherheitsabstand, ggf. mit Entfernen des drainierenden Lymphknotens (sog.Sentinel-Lymphknoten-Untersuchung) entscheidend.

Dies geschieht nach dem unten aufgeführten Schema:

Tumordicke nach Breslow
Sicherheitsabstand im Gesunden
Sentinel-Lymphknoten-Biopsie
bis 1 mm
1 cm
> 0.75mm Tumordicke
1 - 4 mm
2 cm
über 4 mm
3 cm

Bei Verdacht auf ein primäres malignes Melanom erfolgt die Messung der Tumordicke mittels 20 MHz Sonografie (Ultraschall). Die sonographische Tumordickenmessung ermöglicht eine in situ Beurteilung der Eindringtiefe des malignen Melanoms. Auf diese Weise kann schon vor der Operation der nötige Sicherheitsabstand, mit dem das Melanom entfernt werden sollte, eingeschätzt werden. Ab einer Tumordicke von 0,75mm kann außerdem die dann notwendige Sentinel-Lymphknoten-Untersuchung geplant werden.

Mit Hilfe der Sentinel-Lymphknoten-Untersuchung können die drainierenden Lymphknoten im Bereich des Melanoms (Wächterlymphknoten) dargestellt werden. Der Operateur spritzt vor der Operation eine radioaktiv markierte Flüssigkeit rund um den Tumor. Anschließend können mit Hilfe der Lymphabfluss-Szintigraphie die Lymphgefäße bildlich dargestellt werden. Mit einem Geigerzähler werden die Wächterlymphknoten schließlich aufgespürt. Eine für den Operateur sichtbare Darstellung der Wächterlymphknoten erreicht man durch die gleichzeitige Gabe von Blaufarbstoffen. Die so markierten Lymphknoten werden operativ entfernt und unter dem Mikroskop untersucht. Sind diese Lymphknoten tumorfrei ist keine weitere Operation notwendig, werden Mikrometastasen nachgewiesen, muss die gesamte Lymphknotenstation ausgeräumt werden. Ist das Melanom bereits in die Lymphknoten metastasiert hat dies Auswirkungen auf die nachfolgende Therapie und Nachsorge.

Nachdem das Melanom entfernt wurde, sollte die anschließende Therapie festgelegt werden. Sie ist abhängig vom Tumorstadium. Bei Melanomen bis 1,5mm ohne Lymphknotenbefall bedarf es keiner weiteren medikamentösen Behandlung, Patienten mit Melanomen über 1,5mm und/oder mit Lymphknotenbefall können eine adjuvante Therapie mit Interferon-alpha (IFNa) beginnen.

Bei Metastasierung in innere Organe (Lunge, Leber) kann bei einzelnen Herden zunächst eine operative Sanierung angestrebt werden. Beim Auftreten mehrerer Metastasen ist eine Operation nur noch selten möglich. Hier stehen uns schließlich verschiedene chemotherapeutische und chemoimmuntherapeutische Verfahren zu Verfügung (z.B. Chemotherapie mit Dacarbazin). Bei Hirnmetastasen ist eine Kombination aus Chemo- und Strahlentherapie möglich.
Sollten diese standardisierten Vorgehensweisen nicht ausreichenden Erfolg mit sich bringen ist die Eingliederung des Patienten in klinische Studien vorgesehen.